Textprobe: Kapitel: 2.1.3.1 Einfluss der Digitalisierung auf die Arbeitswelt Bereits in den 1930er Jahren warnte der Ökonom John Maynard Keynes vor der technologischen Arbeitslosigkeit, die sich infolge des beschleunigten technischen Fortschritts seiner Meinung nach weit verbreiten werde. Und...
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Textprobe: Kapitel: 2.1.3.1 Einfluss der Digitalisierung auf die Arbeitswelt Bereits in den 1930er Jahren warnte der Ökonom John Maynard Keynes vor der technologischen Arbeitslosigkeit, die sich infolge des beschleunigten technischen Fortschritts seiner Meinung nach weit verbreiten werde. Und auch in den 1990er Jahren sagte der Zukunftsforscher Jeremy Rifkin das Ende der Arbeit aufgrund der raschen Dominanz der digitalen Welt voraus. Damals schon war Rifkin der festen Überzeugung, dass leistungsfähigere Computer zu einer Welt ohne Arbeit führen werden, in der die Arbeit automatisiert wird und menschliche Arbeitskräfte durch maschinelle ersetzt werden. Dies hat sich allerdings bis heute nicht bewahrheitet. Dennoch sind die möglichen Folgen der technischen Entwicklungen von heute nicht zu unterschätzen, da neben der Digitalisierung auch die Globalisierung, der demografische Wandel und der kulturelle Wandel die fortschreitende Transformation von Produktionsfaktoren, Berufen und Erwerbsformen weiter verstärken. 2013 fachten Frey und Osborne mit ihrer Studie Die Zukunft der Beschäftigung - wie anfällig sind Jobs für Computerisierung? die Debatte erneut an. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass fast die Hälfte aller Berufe in den USA in naher Zukunft automatisiert werden könnten (47 %). In Deutschland ist der Anteil der Berufe, deren Tätigkeiten eine hohe Automatisierungswahrscheinlichkeit haben, nur unweigerlich kleiner (42 %). Bereits 2013 seien laut einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung 15 % der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland einem sehr hohen Substituierbarkeitspotenzial ausgesetzt gewesen, also in einem Beruf beschäftigt, bei dem mehr als 70 % der Tätigkeiten damals schon durch Computer hätten ersetzt werden können. Da es unterschiedliche Typen von Tätigkeiten gibt, stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage, von welchen Tätigkeiten hier im Einzelnen gesprochen wird. Üblicherweise werden Tätigkeiten, auch Tasks genannt, in fünf Typen eingeteilt: - analytische Nicht-Routine-Tasks, - interaktive Nicht-Routine-Tasks, - kognitive Routine-Tasks, - manuelle Routine-Tasks und - manuelle Nicht-Routine-Tasks. Zu Routine-Tasks gehören hierbei Tätigkeiten, die von (computergesteuerten) Maschinen nach programmierbaren Regeln ausgeführt werden können. Manuelle Nicht-Routine-Tasks können dagegen nicht durch Computer ersetzbar werden. Wohingegen analytische und interaktive Nicht-Routine-Tasks (wie z. B. Management oder Beratung) nur durch den Einsatz von Computern unterstützt werden können, sind kognitive Routine-Tasks (wie z. B. Buchhaltung) oder manuelle Routine-Tasks (wie z. B. das Sortieren von unterschiedlichen Dingen) von Computern ersetzbar. Es ist absehbar, dass zukünftig einige der Tätigkeiten, die bisher als Nicht-Routine-Tätigkeiten eingeschätzt werden, zu Routine-Tätigkeiten werden, weil Computer dann in der Lage sein werden diese zu ersetzen. Es lässt sich demnach festhalten, dass sich vorwiegend einfache Tätigkeiten mit geringen Anforderungen an Erfahrungswissen, begrenzter Handlungskomplexität und allen voran einem hohen Routinecharakter, relativ problemlos informationstechnologisch in Algorithmen überführen lassen. Besonders betroffen sind hiervon bspw. Tätigkeiten in der Logistik und in der Montage. Der Online-Händler Amazon lässt inzwischen 30.000 Transport-Roboter durch seine Logistikzentren fahren. Auch in Berufen, in denen Präzision von hoher Bedeutung ist, sind Maschinen den Menschen mittlerweile überlegen. Viele Routine-Tätigkeiten werden zukünftig besser und billiger von Maschinen erledigt. Dabei schließt die Automatisierung von Tätigkeiten nicht nur Arbeiten in Fabriken, sondern erstmals auch Standardjobs in Büros gleichermaßen mit ein. Versicherungsunternehmen lassen z. B. die Routine-Tätigkeiten zehntausender Sachbearbeiter in Kürze von intelligenter Software erledigen. Anders sieht es hingegen in Beschäf
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